Unterwegs auf dem Lysefjord

An verschiedenen Stellen sind Touren auf dem Lysefjord beschrieben – z.B. von Westen kommend bis zum Ende zu paddeln und dann mit der Fähre zurück. Wir entscheiden uns für eine Tagestour vom kleinen Hafenörtchen Hamnen aus. Unser erstes Vortasten ins Paddeln im Fjord gibt eine Idee davon, dass eine gute Planung auch von Ausstiegsstellen z.B. bei Wetterumschwung wichtig ist. Ist doch zwischen ziemlich beeindruckendem Fels nicht immer eine so tolle Möglichkeit in Sicht wie der Strand von Dorvika, den wir für eine Mittagspause nutzen.

Paddeln an Norwegens Südküste

Als Seekajak-Revier scheinen die Schären vor Norwegens Südküste noch nicht ausreichend gewürdigt. Vom Strand in Sjøsanden geht es für uns Richtung Süden. Der auffrischende Wind lässt uns in den Windschatten einer vorgelagerten Insel und den Hafen von Hatholmen Fyr ausweichen. Den Leuchtturm kann man als Urlaubsdomizil mieten. Im Hafen begrüßt uns auch freudestrahlend eine Familie, die dies in dieser Woche getan hat, und weist uns den Weg in den Leuchtturm – „just step in. the door is open“. Nach auskömmlicher Pause hangeln wir uns weiter im Windschatten und lassen uns anschließend vom Rückenwind zum Zimtstrand für eine Badepause helfen. Von dort aus ist es später nicht mehr weit zurück zum Zeltplatz.

Inselhopping auf dem Oslofjord

Ein guter Norwegen-Urlaub kann und sollte mit einer Kajaktour auf dem Oslofjord beginnen. Neben den zahlreichen Inseln können dann Oper und Hafenanlagen vom Wasser aus bestaunt werden. Unser Ausgangspunkt war der Sydstrand, ein bezahlter Badestrand, den wir auf freundliche Nachfrage zum Einsetzen nutzen durften. Ein paar hundert Meter nördlich kann eine Slipanlage genutzt werden, die wir erst vom Wasser aus am Ende der Tour entdeckt haben. Als Kulturprogramm bietet sich das Fram-Museum direkt am Hafen an – auch die Mittagspause will schließlich maritim verbracht werden. Eine andere Möglichkeit zwischen den westlicheren Inseln ist beim örtlichen Kajakclub beschrieben.

Hiddenseemarathon 2024

Meine Blogbeiträge über den Hiddenseemarathon bedeuten für mich stets einen willkommenen Anlass für zweifelhafte Wortspiele mit Zahlen. Aber da lass ich dieses Mal fünfe grade sein. Zur Vorbereitung bin ich in diesem Jahr jedenfalls deutlich häufiger und regelmäßiger auf’s Wasser gekommen und kein pandemischer Virus hat mich aus dem Spiel genommen. Zudem waren die Wetterbedingungen mit umlaufendem Wind schon übertrieben ideal. Das und ein guter pacemaker haben schließlich für einen knappen 8er Schnitt und damit eine Zeit von 8:52 Stunden gesorgt. Da ich das nur schwer unterboten bekomme, habe ich direkt beschlossen, mich zur Ruhe zu setzen. Ein Comeback im nächsten Jahr ist aber dann doch recht wahrscheinlich.

Einsitzen 2024

Meine erste (knapp) 50km-Tour in Vorbereitung auf den diesjährigen Hiddenseemarathon ging letztens um den Müggelturm. Das war mal was Neues, gilt aber nicht. Eingesessen wird zum Griebnitzsee! Gestern war es soweit. Der Wecker vibrierte nochmal eine Stunde früher als sonst und kurz nach sechs ging es auf’s Wasser. Ein seltenes Wetterphänomen trug mich beschwingt in Richtung Wannsee: Rückenwind. Aber wer wäre ich, wenn ich mich nicht im nächsten Atemzug beklagte. Der Wind frischte natürlich im Tagesverlauf deutlich auf, sodass das bisschen Rückenwind den respektablen Gegenwind auf der Rücktour gen Norden nicht für fünf Pfennig ausglich. Nun rufe ich meinem gestrigen fluchenden Ich zu: dafür sind Trainingsrunden ja da. Und wenn der Grunewaldturm gefühlt keinen Millimeter näher kommt, überkommt einen doch ein wohliges Stralsund-Gefühl.

Mitten durch Berlin

Meine Beziehung zum Paddeln durch Berlin ist tief gespalten. Wer mich mal auf den Landwehrkanal anspricht, bekommt als Antwort die überraschend unflätige Beschimpfung eines Gewässers retour. Fazit: nur wenn es wirklich sein muss und mit nochmals gechecktem Impfstatus. Die Spree ist wegen ihrer guten Erreichbarkeit über die letzten Jahre zu meinem heimlichen Hausgewässer geworden. Sorry, Havel, dass Du es auf diesem Wege erfährst. Aber ich schweife ab… einmal im Jahr jedenfalls darf man dank der Initiative von Landeskanuverband und seinem rückwärtsblickenden Pendant die Spree auch dort bepaddeln, wo es sonst nicht erlaubt ist: zwischen Oberbaumbrücke und Kanzleramt. Das hatte sich bei uns in den letzten Jahren nie ergeben. Und es ist es definitiv wert, dabei zu sein, wenn hunderte Kajaks und Ruderboote für fünf sonnige Stunden ihr angestammtes Terrain zurückerobern. Das ergibt auch für Menschen, die sich ziemlich häufig in Berlin Mitte rumtreiben, nochmal schöne neue Perspektiven und sogar Erkenntnisse. Schließlich ist mir jahrelang nicht aufgefallen, dass ich zum Teil täglich über die Mündung der Panke in die Spree flaniert bin.

2023

Auch wenn es im vergangen Jahr keine regelmäßigen Beiträge hier im Blog gab (oder auch nur überhaupt einen…), saß ich die ein oder andere Stunde im Seekajak oder Wanderzweier. Und es sind ein paar schöne Erinnerungen in vielen Blau- und Grüntönen zusammengekommen. Nicht für alles lohnt ein ein eigener Beitrag, weil auch viele Klassiker dabei waren – allen voran der Hiddensee-Marathon. Bei anderen fehlt die Zeit für ausführlichere Beiträge – z.B. den Familienurlaub in Schweden, auf Rheinsberger Gewässern oder das Brandungspaddeln vor Usedom. Auch 2024 ist einiges geplant, der Tegeler See taut gerade wieder auf und die Fähre Richtung Norden ist gebucht.

Gardasee revisited

Es ist unbestritten, dass der Gardasee ein tolles Revier für Outdoor-Aktivitäten ist. Wanderer, Kletterer, Paraglider, Mountainbiker, Surfer wissen ihn zu schätzen. Für den Campingurlaub 10 Meter entfernt vom See musste daher natürlich mein Seekajak mit, nachdem ich beim letzten, eher spontanen Besuch vor einigen Jahren nur mein kurzes Wildwasserkajak zur Hand hatte und daher nur ein wenig am Strand gerollt bin. Inspiriert von ein paar Tourenvorschlägen aus unserem Outdoor-Reiseführer habe ich mein Boot vom Zeltplatz in Bardolino aus in verschiedene Richtungen gelenkt – der Temperaturen wegen vor allem früh morgens, nachdem sich die Tore des Zeltplatzes geöffnet haben. Klasse fand ich die Wellen, die sich vor allem morgens – der Thermik wegen – zwischen San Vigilio und Isola del Garda aufbauen. Es mag sein, dass mich mein Übermut ob dieser Entdeckung auch unfreiwillig ins nicht allzu kühle Nass befördert hat. Meine Kajakrolle sitzt weiterhin auch beim überraschenden Einsatz und die neue Mütze aus Marstal treibt glücklicherweise oben auf. Ansonsten war der Gardasee aber ein ziemlich gleichförmiger, großer Ententeich mit beeindruckendem, aber monotonem Alpenpanorama. Als alleiniges Kajakziel ist er mir in jedem Fall zu idyllisch (diplomatisch für „eher langweilig“) und bietet zu wenig Abwechslung. In Kombination mit anderen Aktivitäten, einem eher kulturinteressierten Urlaub und italienischem dolce vita sind Kajaktouren hier eine angenehme Ergänzung. Im pi-warmen Wasser kann man jedenfalls geduldig mal wieder ein paar Rollen ausprobieren und festigen.

Sommersolo in der dänischen Südsee

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Aufenthalt am Meer das Wohlbefinden entscheidend erhöht – zumal, wenn man sich dabei sportlich betätigt. Wer schon einmal in einem Seekajak gesessen hat, dürfte davon nicht wirklich überrascht werden, aber eine willkommene Bestätigung finden. Vollständig anekdotisch und wissenschaftlich nicht belegt ist, dass ein Sommer in der dänischen Südsee der allerbeste Ort ist, um sich von einem 5er Wind den Kopf freipusten zu lassen. Idyllische Orte mit æ und ø sowie schier unbegrenzte Möglichkeiten für Inselhopping, Umrundungen und völlig unsinnige Querungen, weil man sich doch die schicke Schirmmütze in Marstal kaufen möchte, tun ihr übriges. Mein zweites Mal im südfynischen Inselmeer, dieses Jahr allein, im neuen Kajak und zwei Wochen Zeit hat meine Begeisterung für dieses Paddelrevier endgültig fest verankert. Gestartet mit einer groben Idee, aber vielen spontanen Entscheidungen für Distanz und Tagesziel hat mich die Serendipity nach knapp 400km wieder sicher an mein Ziel getragen. Dazwischen hat sie ihrem Namen alle Ehre gemacht: neugierige Seehunde, Hafenmeister mit Schifferklavier, unverhoffte Treffen mit Studienfreunden, die ein Fischbrötchen übrig haben und endlich mal Schweinswale.